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Pfarreiengemeinschaft Fährbrück  > Geschichte

Im Laufe der Zeit

Vorgeschichte

Die einzigen einigermaßen zuverlässigen Nachrichten aus Fährbrücks Vergangenheit liefert uns ein Salbuch aus dem Jahr 1594. Dessen Verfasser Amtskeller Marcus Strigler zeichnete auf, was er von Fährbrück hörte, von den Spuren menschlicher Besiedlung, die man beim Roden des Gestrüpps an den Hängen des Eichelberges gefunden hatte, von Mauerresten nämlich und Pfeilspitzen, und von dem Kirchlein, das dort stand, jedoch ganz baufällig war. Im Bauernkrieg 1525, so behaupteten die einen, sei das Gotteshaus neben mehreren Häusern zerstört worden; wegen des Luthertums, das überall eingerissen sei, so meinten die anderen, habe man sich nicht mehr um die Kapelle gekümmert und sie sei langsam eingefallen oder gar absichtlich verbrannt, ruiniert und zerstört worden. Manchmal, raunten die Leute, sähe man Lichter rings um die Kirchenruine, und manchmal läuteten die Glocken, obwohl keine Glockenseile mehr da wären. Vor allem aber erzählten die Menschen, die Strigler befragte, von dem Stein, der, da wie ein Becken geformt, sich mit Tau und Regenwasser füllte. Die Leute kämen in hellen Scharen, um von diesem Wasser zu trinken; denn immer wieder würden Pilger, die Fieber hätten, gesund. Die wunderbare Wirkung aber verdanke das Wasser dem Stein, denn von dem ginge die übernatürliche Kraft aus.

Die Kirche war dem Hl. Gregor geweiht, der vor seiner Wahl zum Papst als Mönch nach der Regel des Hl. Benedikt gelebt hatte. Die Benediktiner der Abtei Neustadt am Main und der Abtei Schlüchtern besaßen Land in Fährbrücks Umgebung, das ihnen Ritter Otto von Wickershausen geschenkt hatte. Landbesitz der Mönche und das Patrozinium legen den Gedanken nahe, dass die Benediktiner das Kirchlein errichtet haben und zwar als Pfarrkirche. Dafür spricht der Stein, der übrigens Gregoriusstein genannt wird, und der zweifellos ein Taufbecken war. Als die Pfarrei nach Bergtheim verlegt wurde, habe man, so erzählt eine Sage, auch den Taufstein dorthin bringen wollen. Aber obwohl man zunächst vier, dann sechzehn Pferde vor den Wagen spannte, misslang das Unternehmen. Bei einem neuerlichen Versuch brachte man den Stein bis zur Flurgrenze von Bergtheim, um ihn am nächsten Morgen wieder an seinem alten Platz zu finden. Dort steht er noch heute, in der rechten hinteren Ecke der Kirche, unter der Büste des Hl. Gregor. „Verschleppungssagen“ nennen Volkskundler eine solche Erzählung und behaupten, sie würden Streit um Pfarrrechte widerspiegeln; in unserem Fall: Streit zwischen Fährbrück und Bergtheim darüber, wo denn nun Pfarrer und Pfarrkirche ihren Sitz haben sollten.

Obwohl die Kirche eine Ruine war, ließ die Wallfahrt zum Gregoriusstein nicht nach. Deshalb plante man einen Neubau des Gotteshauses, was jedoch durch die Invasion der Schweden 1631 vereitelt wurde. Als diese abgezogen waren, wandten sich die Leute an Johann Barthol Heinrich, den Amtskeller von Arnstein, und drängten auf die Errichtung eines Gotteshauses. 1651 stand der Rohbau, und sogleich setzte der Zulauf des Volkes ein. Zwei- bis viertausend Menschen seien an manchen Tagen gekommen, darunter viele Kranke und Krüppel. Schon 1653 ließ der fromme Amtskeller die Kirche erweitern. Daran erinnert die Inschrift auf einem Stein, der links vom Haupteingang in die Wand eingelassen ist.

Da der Pfarrer von Hausen die Dienste, welche die Pilger von ihm forderten, nicht mehr leisten konnte, wurden die Würzburger Karmeliter gebeten, an Tagen besonderen Zulaufs zwei oder drei Patres nach Fährbrück zu schicken, um beim Beichthören, bei Predigt und Gottesdienst zu helfen. Diesen Ordensleuten wurde 1658 die Pfarrei Hausen zunächst provisorisch, 1676 endgültig übertragen. Sie versahen diesen Dienst etwa 100 Jahre lang. Schon 1652 hatten sie mit beträchtlichem Erfolg zum Beitritt in die Skapulierbruderschaft (s. u.) aufgerufen, womit die „Wallfahrt“, die ja dem Gregoriusstein und dem darin befindlichen Wasser galt, begann, einen Marianischen Charakter anzunehmen. Von einem Bild oder einer Statue der Mutter Gottes ist aber weder im Salbuch noch in der Wallfahrtschronik die Rede. Erst die neue, unter Johann Gottfried von Guttenberg gebaute Kirche wurde der Himmelfahrt Mariens geweiht, und Gregor rückte als Kirchenpatron an die zweite Stelle.