Geschichte
Das Wunder von Fährbrück am 23. Juli 1656 Der Dominikaner und Hausener Pfarrer Alberti Gelenus schrieb ein Wunder nieder, das sich am 23. Juli 1656 in Fährbrück ereignete:. Am 23. Juli 1656 wurde auf Initiative der Karmeliter mit einem „ersten großen Ablassfest“ die Errichtung der Skapulierbruderschaft in Fährbrück gefeiert. Die Skapulierbruderschaft war von den Karmelitern zwar schon 1652 in Fährbrück eingeführt worden, es gab aber an diesem Tag noch keinen Ablass. Den erbaten die Gläubigen mit einem Schreiben vom 25. Juni 1656 an den Würzburger Weihbischof Melchior. Es wurde ihnen gewährt. Deshalb luden sie die Gläubigen „in allen Orten weit umher“ zum 23. Juli 1656 nach Fährbrück ein. Der Ablass war nämlich verbunden mit einer Wallfahrt nach Fä hrbrück, der Beichte, dem Empfang der Heiligen Kommunion und dem andächtigen Gebet in Fährbrück um Ausrottung der Ketzereien, Einigkeit der katholischen Fürsten und Erhöhung der katholischen Kirche. 8.000 bis 9.000 Menschen seien an diesem Tag nach Fährbrück gekommen. Die meisten haben gebeichtet und kommuniziert. Weil Kirche und Kirchhof zu klein waren, haben die Beichtväter auch im Wald die Beichte gehört. Gezählt wurden 56 Priester und 42 Prozessionen mit vielen Fahnen und Kränzen. An diesem vollkommenen Ablasstag seien viele kranke Leute erschienen, die nach der Beichte „frisch und gesund heimgegangen“ seien. Unter den Kranken war ein Junge namens Thomas Flurcher. Er war 18 Jahre alt und stammte aus Leitzenbruck in der Steiermark. Er war lahm. Pater Alberti schrieb „Sein Elend war grausam, aber er war einfältig und fromm“. Seit Kindheit an, solange er denken konnte, war er immer krumm und lahm gewesen. Thomas wusste nicht, ob er schon so geboren worden war. Seine Eltern waren gestorben, als er noch sehr klein war. Seine beiden Beine waren von den Knien an nach hinten gebogen, so dass die Fersen am Gesäß anstanden. Zeit seines Lebens hatte er sich auf Händen und Knien fortbewegt. Er benutzte dazu zwei kleine vierbeinige Stühlchen und musste wie ein Hund kriechen, während seine beiden Beine hinten auf dem Rücken nach oben standen. Viele hundert Menschen konnten dies bezeugen, vor allem, weil er sich schon in den Jahren 1653, 1654 und 1655 in der Gegend aufgehalten und sich durch Almosen ernährt hatte. Zeugen gab es in Höchheim, Erlabrunn, Thüngersheim, Retzbach und anderen Dörfern im Maingrund. Auch in Fährbrück hatte er bereits 8 Wochen in einer Hütte auf Stroh „bei der Wallfahrt gelegen“ und war vielen Menschen bekannt. Am Ablasstag in Fährbrück bat Thomas Flurcher Gott und die heilige Jungfrau Maria samt aller Heiligen inniglich um gerade Beine, denn wer wollte aufrecht gehen können. Am 23. Juli 1656 war er nicht sofort vollständig geheilt. Am ersten Tag waren seine Beine an den Knien noch etwas schwach. Tag für Tag konnte er sie aber immer besser strecken. Bald konnte er an zwei Krücken hüpfen, nach vierzehn Tagen legte er die Krücken weg und ging nur noch an einem Stock. Am Anfang war er noch schwach und langsam, später legte er jedoch den Stock weg und ging ohne jede Hilfe aufrecht dahin. Pfarrer Pater Alberti Gelenus aus Hausen, der Keller Johann Barthelomäus Heinrich zu Arnstein, der hochwürdigste Herr Weihbischof Melchior und die Herren Geistliche Räte prüften das Wunder gründlich und bestätigten es. Dem Pfarrer wurde befohlen, alle weiteren Wunderwerke aufzuschreiben und Einsicht darüber zu gewähren. Aus den Auszügen von Oskar Altenhöfer vom Bericht des Dominikanerpaters Alberti Gelenus im Pfarrarchiv Fährbrück. Pater Albert war von 1656 bis 1658 und 1661 bis 1664 Pfarrer in Hausen.
Die Steinlegende Originaltext der Fährbrücker Legende
Dieser Stein in Form eines alten Taufsteins befand sich schon bei der uralten Kapelle, welche zu Ehren der heiligen Mutter Gottes und Gregor des Großen gebaut war, an der Stelle, wo jetzt das Bild unserer lieben Frau steht. Diese Kapelle wurde im Bauernkrieg zerstört und über 100 Jahre nicht wieder aufgebaut. Doch kamen fortwährend fromme Wallfahrer zu der heiligen Gnadenstätte, an welcher sich nur dieser Stein erhielt, und erlangten auf ihre vertrauensvolle Anrufung der heiligen Mutter Gottes und des heiligen Gregor sowie durch Anwendung des Wassers aus dem Stein wunderbare Gebetserhörungen, deren mehrere aufgezeichnet sind.
Da sollte nun dieser Stein von der öden Stelle entfernt und zur Kirche nach Bergtheim geschafft werden. Doch obwohl man 16 Pferde hierzu anspannte, so vermochte man es nicht, und die Hinwegschaffung musste unterbleiben. Als später nochmals der Versuch gemacht wurde, so gelang es, den Stein bis zur Flurgrenze der Gemeinde Hausen zu bringen, doch da gingen die Pferde keinen Schritt mehr weiter. Der Stein musste wieder abgeladen werden. Über Nacht befand er sich wieder an der alten Stelle, weshalb er dann bei der neu erbauten Wallfahrtskirche verblieb. Als die größte Merkwürdigkeit von diesem Steine ist noch in derselben Wallfahrts-Chronik aufgezeichnet, dass derselbe auf einmal in wunderbarer Weise Wasser ausschwitzte, wodurch sehr viele Heilungen geschahen.Die geistliche Behörde und selbst Fürstbischof Julius, dem diese wundersame Begebenheit berichtet wurde, begab sich an diese Stelle hierher und war Zeuge, wie dieser Stein Wasser ausschwitzte. Doch hörte dieses Wunder später mit einem Male wieder auf und fand seitdem nicht mehr statt. Jetzt aber wird dieser Stein nur zur Aufbewahrung des Weihwassers gebraucht. Wegen dieser Begebenheit jedoch, die sich daran knüpft, wurde er, wie es sich geziemt, eingefasst und mit dem Bilde des Heiligen Gregor versehen.
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